bodo berheide

guss 1989

guss 1989

  • 1

    guss 1989

  • 2

    wuppertal 1989

  • 3

    dublin 1991

  • 4

    montreal 1993

  • 5

    bethany 1995

  • 6

    matagalpa 1997

  • 7

    chile 1999

  • 8

    sydney 2001

  • 9

    ohmishima 2003

  • 10

    negombo 2005

  • 11

    lomé  2007

  • 12

    mit infotafel 2009

  • 13

    vor dem schauspielhaus wuppertal 2009

figura magica und der erweiterte kunstbegriff von joseph beuys

von 1972 bis 1977 studierte ich bildhauerei an der kunstkademie in düsseldorf  bei joseph beuys in der sogenannten beuysklasse.

während dieser zeit wurde ich mit der sozialen skulptur und dem sozialen organismus von joseph beuys konfrontiert.  so habe ich gelernt, die menschliche gesellschaft sowie auch unsere welt als einen lebendigen organismus zu sehen. das heisst, dass das zusammenspiel von naturstoffen und naturkräften unserer welt ähnlich funktioniert wie der menschliche organismus mit seinem wärme- und kälteprinzip, seinen kreisläufen und rhythmen, seiner intelligenz (körper/wille,  seele/empfindung, geist/vernunft/ intuition).
 
seit 1977 entstehen arbeiten mit zeichnungen, skulpturen, objekten und performances. thematisiert werden  schwerpunktmäßig natur und umwelt, wirtschaftlichkeit und solidarität. im selben jahr
beginne ich mit ausstellungen im in- und ausland.
 
seit 1992 sind es überwiegend objektähnliche arbeiten aus holz und metall, sowie stempel mit figurationen und texten, die ich herstelle. häufig sind es geprägte objekte aus wiederverarbeitetem zeitungspapier. ich lebe und arbeite in wuppertal. das fertige kunstwerk hat bei mir einen untergeordneten stellenwert, es hat lediglich tagebuchcharakter und  stellt eine etappe zum nächsten, weiteren dar.
genau so wichtig sind mir aber die arbeitsvorgänge zwischen dem entstandenen kunstwerk, dort wo die künstlerische interaktion mit kollegen und anderen menschen stattfindet. in diesen zwischen-räumen findet die kollektive kreative transformation statt.
im jahr 1987 begann ich mit einem neuen projekt. ich begann zeichnungen einer skulptur  anzufertigen – später bekam sie den namen figura magica.

1988 wurde der guss der figura magica realität.

die skulptur ist aus gusseisen, in der form eines überdimensionalen hufeisenmagneten war geboren, sie wiegt ca. 6 tonnen und ist 5 meter lang.
nach der fertigstellung der figura magica im jahr 1988 erreichte sie zunächst die königshöhe in wuppertal.

3 jahre später, im jahr 1991, begann die weltreise der figura magica, um ihre „magische aufladung“ zu bekommen.
das goethe-institut in dublin gab anlässlich der ernennung dublins zur kulturhauptstadt europas 1991 grünes licht für die erste reiseetappe. darauf folgten, jeweils im zweijahresrhythmus, die stationen 1993 montreal/kanada. hier fand ich zeichen für die 4 elemente und andere symbole.
1995 bethany/usa. diese reise wurde von catherine und dirk schlingmann organisiert.
1997 reiste sie matagalpa/nicaragua.
1999 nach santiago de chile/chile. um mitternacht auf das jahr 2000 haben catherine, dirk, susanne und ich eine performance in der nähe der figura magica gemacht, titel:  „amistades traer paz“ (freundschaften bringen frieden).
2001 gings dann weiter nach sydney, australien. die skulptur war bestandteil der ausstellung „sculture by the sea“. später wurde sie in der „campelltown art galerie“ in sydney ausgestellt.

die nächste etappe 2003 wurde ohmishima/japan, dort habe ich in der „ostasiatischen gesellschaft“ in tokyo eine ausstellung mit zeichnungen zur figura magica gemacht. 2005 folgte ein ausstellung im „museum of modern art“ in ohmishima. sie war ein teil des kulturprojektes, „deutschland in japan“, welches vom land nrw projektiert war.
2005 ging die reise weiter nach negombo/sri lanka.
2007 nach lomé/togo, von wo aus die figura im herbst 2009 zurück nach wuppertal gereist ist.

die reise der skulptur und ihre „magische aufladung

wahrscheinlich hat jeder künstler den wunsch, dass sein kunstwerk von möglichst vielen menschen, in vielen ländern und kulturen wahrgenommen wird. die figura magica zeigt auf unseren planeten erde. entsprechend ihrer form, als überdimensionaler hufeisenmagnet, verweist sie direkt auf das magnetische feld, das durch die drehung der erde und den dynamoeffekt des schweren, glühenden, metallenen, sich schneller mitdrehenden erdkerns entsteht. dieses magnetische feld liegt wie ein schutzschild um unseren globus. die fünf meter lange und sechs tonnen schwere gusseisenskulptur zeigt auf etwas hin, das uns alle betrifft: auf die erde. aber nicht nur durch ihre form deutet sie auf die mitte unseres planeten – auch durch ihr material (gusseisen) bezieht sie sich auf den ort, an dem die seele der erde zu finden ist.

ich möchte das tiefe verhältnis aufzeigen, das zwischen den menschen, den naturkräften und unserer erde besteht, und welches im begriff ist, zu verkümmern. wir müssen lernen, schützend und kreativ die welt zu gestalten, mit vernunft und wirtschaftlich für den erhalt der artenvielfalt und der ökologischen verhältnisse sorgen. wir müssen das gestalten unserer umwelt als ein ästhetisches prinzip verstehen – mit verantwortung, nachhaltigkeit und ausdauer.

2009 die figura magica erreicht ihre letzte station vor dem schauspielhaus in wuppertal

auf ihrer reise traf die figura magica auf viele unterschiedliche menschen, landschaften und kulturen, so ist die skulptur nun ein imaginationsträger geworden und löst durch die vorstellungskraft jedes einzelnen auf sie treffenden menschen die gesammelten eindrücke ihrer langen reise nachvollziehbar aus.
die skulptur schafft konditionen zu einer intuitiven und kreativen wahrnehmung, die notwendig sein wird, um mit neuen, vor allem kreativen ideen, eine positive wirklichkeit zu gestalten.
sie wurde sehr oft fälschlicherweise als eine „soziale skulptur“ bezeichnet, was natürlich im sinne von joseph beuys nicht stimmt. was ich aber hoffe ist, dass sie ein kleiner beitrag sein kann, beuys entsprechend, in unsere gesellschaft, die ja als die „soziale skulptur“ gemeint ist, hineinzuwirken.    

vorläufig letzter höhepunkt des projektes war die große kunstausstellung in der hauptgeschäftsstelle der stadtsparkasse in wuppertal, die am 15. september 2010 eröffnet wurde. ich hatte das glück, neun künstlerinnen und künstler aus den figura-reiseländer für ca. eine woche nach wuppertal einladen zu können. sie kamen aus den usa (zb. catherine schlingmann und david mega), aus nicaragua, chile, japan, sri lanka und togo. sie zeigten dort vor über 500 besuchern ihre arbeiten. parallel dazu erschien das buch "figura magica: den kreis geschlossen" über das gesamtprojekt. der film "die reise der figura magica" von volker hoffmann hatte dort premiere.
 
unterstützt wurde dieses projekt von der stadtsparkasse wuppertal, von der sparkassen-kulturstiftung rheinland und vom dezernat und kulturbüro der stadt wuppertal.

figura magica and the extended art term by joseph beuys

from 1972 until 1977, i studied at the düsseldorf art academy under joseph beuys in the so called "beuys class.”

in that part of time i made the the first  experience with the ideas of the “social sculpture” and “social organism” from joseph beuys. i studied to see the human society like a living organism, also the world we live in. that means, the interaction between natural matter and natural forces has a similary function like the human organism - the principle of warmness and coolness, the circulations and rhythms and its intelligence. (body/volition, soul/ perception, spirit/ rationality/ intention).
since 1977, the scope of my artistic activity embraced drawings, sculptures, objects, and performances. my main themes are nature and the environment, economy and solidarity.  It was also in 1977 that i began to exhibit my works in germany and abroad.

Since 1992, my works have mainly taken the form of artworks in wood and metal, or printing stamps, from which i then make embossed objects with paper mâché made from newsprint.
i live and work in wuppertal, germany.  for me, the finished artwork is only of secondary importance, it has merely a character of a diary, as it merely represents a single stage in a process.  What is more important to me, are the processes in between, where an interaction and exchange with fellow artists and other people can develop, a collective creative transformation
in 1987, i began a new project. i started to make drawings of a sculpture – later on its name is figura magica

1988 the casting of figura magica would become reality.  

the six-tons and 16,5 feed long, cast-iron sculpture in the form of an oversized, elongated horseshoe magnet was born.
20th dezember 1988, the figura magica arrived at königshöhe in Wuppertal

three years later, figura magica was sent off from wuppertal on its journey around the world in quest of its "magic charge.”

1991 the individual stages of the journey were dublin, ireland, (dublin was the the european capital of art 1991 and figura magica was one of the german contributions)
1993 next station was montreal, canada, i found out the 4 elements with other symbols

1995 bethany, west virginia, U.S.A. (bethany college), this stop was organized by catherine and dirk schlingmann;
1997  matagalpa, nicaragua,.    
In 1999, figura magica was shipped to santiago de chile. at midnight from 1999 to 2000 dirk and catherine made the performance (friendship brings peace) with me and my wife susanne nearby the figura.  
furtheron from then, in 2001, to sydney, australia. the sculpture was part of the the artfestival, "Sculpture by the Sea" and later it was to see at the campbelltown art gallery, sydney.

2003 the next stage was ohmishima, japan. also taking place in 2003 was an exhibition of drawings and objects at the ostasiatische gesellschaft in tokyo.
a further exhibition followed at the museum of art, ohmishima, in 2005 as part of the cultureproject “germany in japan”.

figura magica was in negombo, sri lanka from 2005 until 2007.  

In 2007, it was shipped to lomé, togo. the home journey back to wuppertal was in 2009.

the voyage of the sculpture and Its "magic charge"

every sculptor has the wish that his sculpture will come into contact with as many people as possible, and also with as many different countries and cultures as possible – and especially so in this case, for figura Magica refers to something that concerns us all, namely our own planet earth, on which we all live.  shaped like an oversized horseshoe magnet, figura magica directly awakens associations with the magnetic field generated by the rotation of the earth and the dynamo effect of its heavy, glowing, metallic inner core.  but it is not only its form that we associate with the earth's inner core.  the material (molten iron) from which it is made likewise refers to the inner core, the soul, of our planet earth.  in awakening such mental associations, i seeks to show the deep relationship that exists between human beings, natural forces, and our planet earth.  we have to learn to construct our planet like an artist in a protective and creative way. the preservation of the diversity of species and the ecology has to be understood like an aesthetic principal – with responsibility, substainability, and perseverance.

2009 the figura magica arrived the last stage in front of the theatre in Wuppertal

after the worldtrip the sculpture is an information carrier now and all people have the chance, with their own phantasy, with their own imagination, to extract the collected impressions of the long journey from the figura magica.
the sculpture creates conditions for intuition and pictorially. it gives the chance for a creative-expended- thinking. we need new ideas, new creative intentions to build up a positive reality.
figura magica very often has been wrong designated as a „sociale sculpture“, but this is not right in terms of joseph beuys. „sociale sculpture“ means our society – where everbody is a part of a creative force which interacts among each other.  so i hope, the figura magica could be a small part of this idea.

the last highlight of this project was a big art- exhibition at the stadtsparkasse in wuppertal. (the stadtsparkasse  is a social  bank for people in the city) this artshow was opened at 15th september 2010 and i have had the fortune to invite 9 artists from the countries round the world which the figura magica visited. that was a great event, artists came from USA (for example catherine schlingmann and david john mega) and from nicaragua, chile, japan, sri lanka und togo.
there were about 500 people to audience. we introduced the figura magica book and we showed the film from volker hoffmann,

this exhibition was sponsered by the sparkasse wuppertal, the sparkassen-kulturstiftung
rheinland and from dezernat and kulturbüro in wuppertal

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